Nächster Schwedenhammer: Nach VOLVO nun auch Tempolimit bei IKEA

Tempolimit auch bei IKEA
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Nächster Schwedenhammer: Nach VOLVO nun auch Tempolimit bei IKEA

Von Alfons Gotta-Schrod
Sämtliche automobilen Artikel ab 2020 nur noch mit limitierter (120 km/h) Höchstgeschwindigkeit
Die medialen Wogen über die Ankündigung des schwedischen Autoherstellers VOLVO, ab 2020 nur noch Autos mit einer eingebauten und auf 180 km/h limitierten Höchstgeschwindigkeit auszuliefern, sind noch nicht abgeebbt, da legt der nächste schwedische Konzern nach: Möbelgigant IKEA kündigte gestern im Rahmen einer Pressekonferenz im Stammhaus in nordschwedischen Thunberg an, zum Katalogwechsel 2020 weltweit (!) sämtliche automobilen Spielzeuge und alle zugehörigen bereiften Komponenten sowie auch Ersatzteile nur noch mit einer ab Werk limitierten Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auszuliefern. Erstmal aufatmen können Erwerber/-innen der bisherigen automobilen Produktlinien, denn den Support für vorher verkaufte Ware ohne bauartbedingtes Tempolimit werde IKEA bis 2022 nahtlos fortführen.

Während VOLVO zur Begründung des selbstgemachten Tempolimits auch maßgeblich auf das Thema „Sicherheit“ setzt, fokussiert sich IKEA – speziell auch mit Blick auf die im Vergleich zu VOLVO (180 km/h) noch viel drastischeren Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h – ganz klar auf Klimaschutz und Erderwärmung. IKEA-Geschäftsführerin Gräta-Bergthun Süerströmmning teilte auf Anfrage des ‚Rödermark Examiner‘ mit, das Möbel- und Einrichtungshaus wolle durch die selbst auferlegte Höchstgeschwindigkeit für automobile Produkte in Sachen „Klimaschutz durch Tempolimit“ eine globale Vorreiter- und Pionierrolle einnehmen. Daher geht IKEA neben dem bauartbedingten Tempolimit noch einen Schritt weiter und liefert die beliebte Tankstelle „LILLABO“ ab 2020 nicht mehr mit Superbenzin, sondern ausschließlich nur noch mit E10 Sprit aus. Der zugehörige Abschleppwagen wird aufgrund technischer Schwierigkeiten zuerst als Hybrid ausgeliefert und voraussichtlich ab 2026 mit reinem Wasserstoffantrieb – die Raumluft im Kinderzimmer wird es nachhaltig danken. Ob „LILLABO“ zu diesem Zeitpunkt auch zur reinen Wasserstofftankstelle wird, wollte IKEA Chefin Gräta-Bergthun Süerströmmning noch nicht verraten.

Aus gewohnt gut informierten Kreisen hat der ‚Rödermark Examiner‘ erfahren, dass es sich bei der paukenschlagartigen „Tempolimit“-Ankündigung von IKEA nicht nur um ein reines Lippenbekenntnis handelt, sondern mehrere Produktionslinien bereits erfolgreich auf die neue, bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit umgestellt wurden, damit ab 2020 alle fast 400 Filialen weltweit ihr automobiles Produktportfolio nahtlos und ohne Lieferverzug klimaschützend umstellen können. Zuerst modifiziert auf die neue maximale Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h wurden demnach der Spielzeugwagen „FLISAT“ und der Kran „MULA“. Welche automobilen Produkte des schwedischen Möbelgiganten danach in die Bauartumstellung gehen sollen, ist bis dato noch nicht bekannt.

Durchaus überrascht vom schwedischen Tempolimit-Hammer fallen die ersten Statements aus Politik und Verbänden dazu erwartungsgemäß sehr heterogen aus. Aus dem Bundesverkehrsministerium wurde geleakt, dass Uneinigkeit darüber bestehe, ob sämtliche neuen Tempolimit-Modelle von IKEA generell über die normale PKW Maut abgerechnet werden könnten, oder ob speziell Kran „MULA“ nicht vielmehr als LKW bemautet werden müsse. Ob allerdings die gängige „On-Board Unit“ von Toll Collect hier entsprechend Verwendung finden kann, ist derzeit noch völlig offen. Der ADAC plant seinerseits vor einer thematischen Stellungnahme dazu die Einführung eines neuen Autopreises, den „Grünen Engel im gelben BILLY Regal“, welcher durch eine wissenschaftliche fundierte Umfrage in der eigenen Mitgliederzeitung „ADAC Motorwelt“ ein repräsentatives und völlig objektives Meinungsbild hervorbringen soll. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnt IKEA bereits vorsorglich, im neuen Katalog 2020 alle wesentlichen Verbrauchs- und Abgasdetails betreffend die neuen automobilen „Tempolimit“-Produkte – insbesondere dabei die Frage der Abgasnorm Euro 6d-Temp und der WLTP-Zertifizierung – lückenlos auszuweisen, um eine sofortige, teure Abmahnung durch die DUH zu vermeiden – wobei dies natürlich trotzdem nicht gewinnbringend ausgeschlossen wird.

Angesichts dieser durchaus mutigen Vorstöße von VOLVO und IKEA darf man gespannt sein, welche andere Konzerne hier wann und mit welchen Ideen nachziehen werden – der ‚Rödermark Examiner‘ wird gewohnt schonungslos-investigativ dranbleiben und aus erster Hand berichten.
Es gibt beim Klimaschutz zweifelsohne noch einen ganz großen Berg zu Thun.